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Stellungnahme des AK ÄLRD zur Einsatzplanung für Großschadensereignisse im Hinblick auf die WM 2006
Die Einsatzplanung beim Massenanfall von Patienten (MANV) im Rahmen von Großschadensereignissen muß sicherstellen, dass durch ein geeignetes Sichtungs-, Behandlungs- und Transportkonzept diejenigen Patienten, die aufgrund akuter Lebensgefahr sofortiger rettungsmedizinischer Behandlung bedürfen, verzögerungsfrei mit rettungsdienstlichen Maßstäben behandelt werden.
Derzeit werden auch im Hinblick auf die WM 2006 unterschiedliche und teilweise neuartige Konzepte zur Versorgung von vielen Schwerverletzten (100 bis mehr als 1000) diskutiert, entwickelt und beübt. Dabei wurden auch modifizierte Einsatzplanungen und Taktikstandards entwickelt und in diesen Szenarien Weiterbehandlungsmöglichkeiten in geeigneten Kliniken für diese vielen Schwerverletzten gesucht. Diese Planungen wurden teilweise auch schon in die WM Vorplanungskonzepte in den Spielstädten aufgenommen.
Der AK ÄLRD weist in Übereinstimmung mit anderen Organisationen und Fachgremien darauf hin, dass nach bisherigen Erfahrungen (z.B. Ramstein) ein Soforttransport einer großen Zahl von Schwerstverletzten ohne Sichtung und ohne adäquate Erstbehandlung in einzelne Kliniken grundsätzlich als nicht sinnvoll angesehen wird.
Eine korrekte Sichtung und die lageabhängige Versorgung und Zuweisung ist derzeit der anerkannte und beübte Standard der MANV Bewältigung.
Bei der Zuordnung von Transportzielen muss die Versorgungskapazität aller zeitnah erreichbaren geeigneten Kliniken genutzt werden. Dazu hat sich bereits in vielen Rettungsdienstbereichen eine umfassende Kartierung der Akutversorgungs-kapazitäten der Krankenhäuser ergeben, die für die WM 2006 um die gegebenenfalls zusätzlichen Kapazitäten ergänzt werden muß.
Weitere Untersuchungen sind nach der hier vertretenen Auffassung erforderlich, um den Stellenwert der einzelnen Konzepte besser bewerten zu können.
Bad Nauheim, den 3.4.2006
Prof.Dr.med. Dr.rer.nat. Alex Lechleuthner
- Vorsitzender -
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